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Neustettins Nachbarn


 

 Um zu den Dörfern zu gelangen, einfach auf die Orte im Bild klicken


 
                                                   Gruß aus Neustettin als Ansichtskarte um 1930


Unser Heimatmuseum in Eutin mit dem Nikolaiturm aus Neustettin/Szczecinek 
Das Bild oben zeigt den Turm der Alten Nikolaikirche; die Kirche wurde um 1300 erbaut, der Turm erst 1579. Schon1914 diente der Turm als Heimatmuseum, er wurde allerdings 1945 ausgeraubt, aber 1958 wieder als Regionalmuseum mit Sammlungen aus dem Kreis Neustettin eröffnet.


Heimatmuseum in Eutin
Im Heimatmuseum des Kreises Neustettin in Eutin/Holstein sind die Besucherinnen und Besucher immer wieder angenehm überrascht, wie vielfältig Erinnerungsstücke aus der Heimat zusammen getragen wurden.
Aus fast allen Orten und selbst von kleinsten Gemeinden sind Akten angelegt, die Fotos, Briefe, sonstige Schriftstücke und Dorfpläne, teilweise mit Namenslisten der ehemaligen Bewohner, angelegt. 
Viele Heimatfreunde/innen haben spontan die Übergabe von Stücken aus persönlichem Besitz zugesagt und übergeben, um die Sammlung zu ergänzen.
Wer das Museum, das ausschließlich aus Spenden und von ehrenamtlichen Helfern getragen wird, unterstützen möchte, kann dies durch Überweisung eines Betrages auf das Konto: Neustettiner Kreisverband e. V., KtoNr. 321 08 79, BLZ 230 707 00 , Deutsche Bank, tun. 
Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich für jede Spende!
Hinweis: Bis 100 € gilt der Überweisungsbeleg, über 100 € wird eine Spendenbescheinigung übersandt.


Mehr über das Museum siehe "Link" zum "Heimatkreis Neustettin" - HKA!


Als Gegenpart zum Eutiner Museum etwas Wissenswertes über das Archiv in Koszalin/Köslin. 


Das Archiv in Koszalin/Köslin wurde am 4. Juli 2003 von Bischof Marian Golebiewski gegründet; er sagte: "Am Anfang wussten wir nicht, was sich an Unterlagen, vor allem Kirchenbücher, auf dem Gebiet des Bistums befanden. Wir mussten viele Kilometer in verschiedene Orte fahren, auf Dachböden suchen, um das Archiv zu dem zu machen, was es heute ist: Es ist kein gewöhnlicher Lagerraum für Gerümpel und zwischen den Regalen kann man eine faszinierende Reise in die Vergangenheit machen, die uns hilft, die Gegenwart besser zu verstehen."
"Unser Archiv ist noch sehr jung. Wir sind die Erben dessen, was uns nach dem 2. Weltkrieg hinterlassen worden ist; der Krieg hat den Archivalien großen Schaden zugefügt. Es herrschte die Meinung, dass alles was den Deutschen gehörte und was deutsch war, Aversionen und Feindseligkeit bei den Menschen hervorrief und deshalb zerstört wurde", so Pfarrer Dr. Ceynowa, der Leiter des Archivs des Bistums Koszalin-Kolobrzeg ist.
Dessen ungeachtet, füllen sich stetig die Regale mit Kirchenbüchern und Unterlagen über Bevölkerung, Briefe und Fotos, was die jeweilige Gemeinde betraf. Das Archiv ist eine wertvolle Informationsquelle über Menschen und ihre Schicksale in der Vergangenheit. Interessant auch für Dr. Tadeusz Ceynowa, wie man an Unterlagen herankommt: "Manchmal mußte ich auf einen Kirchturm klettern, weil ein Pfarrer der Gemeinde meinte, dass sich dort etwas befände oder ich bekam eine Information, dass in einem Pfarrhaus auf dem Lande ein alter Schrank stehe, in dem irgendwelche Dokumente seien."
Das Archiv wird nicht nur von Studierenden und Historikern besucht, sondern auch von interessierten Menschen, hauptsächlich deutschen, die Ahnenforschung betreiben und etwas über Schicksale von Angehörigen und Verwandten wissen möchten, weiss Malgorzata Wieczorkowska zu berichten, die von Anfang an im Archiv tätig ist. (Bericht aus einer poln. Zeitung, übersetzt durch Maciej Turkowski, korrigiert von Jutta Kubowski, red. bearb. durch Admin)
Ein Besuch in den drei Museen lohnt sich!
 
Panorama von Neustettin am Streitzigsee - Federzeichnung eines Unbekannten - könnte aber von Ulrich Schreiber sein?
Die Zeichnung stammt aus dem Fundus von Otto Below und wurde bei der Auflösung der Aktenbestände gefunden. 



                    Panorama von Neustettin (ohne Datum) - könnte die Vorlage für die obige Federzeichnung sein.


       
   Ansichtskarte: Marktplatz mit Rathaus Neustettin um 1922            Szczecinek, Plac Wolnosci, Ansichtskarte um 1980


      
 Neustettiner Schloß als Aquarell von Siegfried Barz      Das Neustettiner Schloß nach der Restauration 2013; Foto: Admin



Gesucht werden noch die Wappen der anderen Gemeindebezirksorte!

   
Dieses Buch sollte jeder Heimatfreund in seinem                         Das Pommernlied von Adolf Pompe
Bücherregal haben; es ist eine Fundgrube für Bilder                wird bei Heimattreffen stets gesungen.
aus Stadt und Kreis Neustettin und wurde 1980
vom Heimatkreis durch Hans Fischer und Ulrich
Schreiber herausgegeben. 


Die Aura um Neustettin


Neustettin war für uns Umlandgemeinden immer eine Metropole mit einem besonderen Flair. Sie war für uns die Sonne und die Dörfer die Trabanten. Die Stadt zog uns stets magisch an und wir zogen uns immer gut an, wenn es in die Stadt ging, um die Dinge zu besorgen, die es auf dem Dorf nicht gab. Eine gewisse Grundversorgung, z. B. mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs war in den Dörfern vorhanden, aber für höherwertige Güter mussten wir in die Stadt zu Karstadt, Ramelow, Kaiser’s und weiteren Fachgeschäften; die medizinische Versorgung war nur in Neustettin sichergestellt.
Stadt und Umland waren aufeinander angewiesen, es war immer ein gewisses Geben und Nehmen, denn die landwirtschaftlich geprägten Umlandgemeinden versorgten die Stadt mit naturbelassenen Agrarerzeugnissen und die Stadt lud dafür zum Einkauf  in die gut sortierten Geschäfte ein, zum Genießen von Kultur und Köstlichkeiten der Gastronomie und bot allerlei Kurzweil sowie Sehenswürdigkeiten. Viele Dorfbewohner zog es auch nur zum Flanieren in die Stadt, hingegen nutzte ein Großteil der Stadtbevölkerung die Freizeit und fuhr aufs Land, um die Natur zu genießen; einige ausgearbeitete Wanderstrecken und Fahrradtouren beweisen den damaligen „kleinen“ Tourismus in und durch die Umlandgemeinden. KW 


Nachstehend ein paar Notizen aus der Erinnerung oder Überlieferung, wie die einstigen Dorfbewohner die Nähe zu Neustettin erlebt bzw. empfunden haben:


Aus der Sicht von Klaus Wendlandt, früher Dieck, Abbau
Für mich als 8 bis 10-jährigen Jungen war es immer ein besonderes Erlebnis und zugleich eine Auszeichnung, wenn mein Vater mich auf einer Kutsche in die Stadt zum Einkaufen mitnahm. Große Geschäfte, wie oben angeführt, mit Schaufenstern und Glastüren, die von selbst schlossen, wurden aufgesucht, um notwendige Gebrauchsgüter für Hof, Stall und Feld einzukaufen. Eine neue Hose und eine Jacke waren bei dieser Gelegenheit immer eingeplant, neue Schuhe gab es nicht so oft und wenn, dann nur auf Bezugsschein. Bevor wir dann nach Hause fuhren, gab es noch eine Tasse Kaffee bei Kaiser’s und bei einem bestimmten Bäcker musste noch das Brotkontingent für eine Woche mitgenommen werden. Zurück ging es über Thurow bei der Landmaschinenschlosserei Fuhlbrügge vorbei, um die reparierten bzw. geschärften Stücke mitzunehmen, die auf dem Hinweg dort zur Bearbeitung abgegeben wurden.
In die Stadt mit dem Zug ab Thurow zu fahren war etwas ganz Besonderes. Diese riesige Lokomotive versetzte mich in Bewunderung und auf dem Bahnhof in Neustettin kam ich aus dem Staunen nicht heraus: Noch mehr Lokomotiven, Personen- und Güterwaggons, offene Waggons mit Militärfahrzeugen und auf den Bahnsteigen eilende Menschen. Ich hatte es nicht eilig, ich konnte mich nicht „satt“ genug sehen.
In schlechter Erinnerung habe ich einen Besuch beim Zahnarzt: Die Bohrmaschine mit Fußantrieb war der reinste Horror, einschließlich dieser spitzen Haken, mit denen die Zähne untersucht wurden – so etwas prägt sich ein fürs ganze Leben.


Dennoch bleibt für mich Neustettin eine der schönsten und bewundernwertesten Städte unserer Pommerschen Heimat, die ich mehrfach aufsuche, wenn ich mit meiner Frau – sie ist gebürtige Rheinländerin – in der alten Heimat bin; der Stadtbummel beginnt stets mit einem Spaziergang auf der Promenade am Streitzigsee bis hin zum Neustettiner Gedenkstein. KW  - ins Polnische übersetzt von Wioletta Brzezinska - siehe poln. Seite.

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